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   Geographische Lage und Bevölkerung

 Die Stadt Detta liegt im Südwesten Rumäniens an der Europastraße E 70, im südlichen Teil des Kreises (Bezirk) Timis, 42 km von der Kreishauptstadt Temeswar (rum:Timisoara) und 20 km zur Grenze nach Jugoslawien.

  Die Geographischen Koordinaten: 45°23´ nördliche Breite, 21°12´östliche Länge von Greenwich. Die Höhe über dem Meeresspiegel (Adria) beträgt 89m.

  Im März 2002 hatte Detta 6418 Einwohner (3393 Frauen und 3025 Männer). Die ethnische Zusammensetzung: 4150 Rumänen, 1143 Ungarn, 389 Deutsche, 329 Serben, 134 Bulgaren, 224 Roma-Zigeuner. Zu bemerken ist ein 10% Bevölkerungsschwund innerhalb eines Jahrzehnts (1992 - 7121

  Die Bevölkerung der Stadt zwischen 1891 und 2002:

1891: 3.552; 1910: 4.201; 1930: 4.059; 1951: 4.300; 1968: 6.861; 1977: 7.148; 1992: 7.121; 2002:6.418;

  Klima und Fauna

 Wegen seiner Lage hat Detta ein kontinentales Klima mit Einflüssen des Mittelmeerklimas. Die durchschnittliche Jahrestemperatur liegt etwas über +11Cº. Die Winter sind im allgemeinen mild und kurz, die Sommer sind warm, während Frühling und Herbst nicht allzu lange dauern.

  Als Folge der Trockenlegung der Sümpfe und der Waldrodungen kam es zu einem Rückgang des Vogel und Wildbestands.

  Im noch erhaltenen Wald vor der Stadt leben Tiere wie: Damhirsch, Wildschwein, Reh, Fuchs, Iltis, Wiesel, Eichhörnchen. Auch leben hier Vögel wie: Schwarzamsel, Meise, Nachtigall, Habicht und Fasan.

  Eine Besonderheit der Stadt ist der Park ein Überbleibsel des ehemaligen Walds mit jahrhunderte alten Bäumen sowohl einheimische wie auch exotische: Eiche, Linde, Ahorn, Akazie, Weymouthskiefer, Japanische Weide, Ginko biloba usw. Einige Eichenbäume sind über 400 Jahre alt. Dieser Baumbestand ist auch auf der Stadtkarte von 1781 erkennbar.

Wirtschaft

In der modernen Wirtschaft von Detta gibt es einige wichtige Firmen:

   -S.C. Eybl Textile S.R.L

 

   -S.C. Eybl Automotive Components S.R.L

 

"...  bis zum heutigen Tag(Aug.2003) hat Eybl über 1,350,000 Autos mit  Lenkrädern ausgestattet, vorwiegend für die Daimler Benz  E- und S Klasse, VW, BMW 3-Serie, usw. Auch über 275,000 Autos mit Ledersitzen austapeziert ( Jaguar X und S, Renault Scenic, Renault Megane II). Zur Zeit werden 700 PKW Leder-Stoffgarnituren täglich hergestellt bis Ende August 2003 werden es 1200 sein. Die Anzahl der erzeugten Lenkräder steigt dann auf 3000 pro Tag" Diese Daten stammen von Herrn  Claudiu Wolf  Betriebsdirektor Eybl Textile S.R.L.

 

  - PLAPAF S.A. - Holzverarbeitung 

 

  - ESSE-GI TEX - Textilindustrie

 

  - BELCAR SRL - Nahrungsmittelindustrie 

 

  - NIADAL ABATEX - Nahrungsmittelindustrie 

 

  - TIMNAPO - Holzverarbeitung 

 

  Der Handel ist mit mehr als 70 Firmen vertreten und ist der erfolgreichste Wirtschaftszweig.

  Detta ist eine Stadt in der Ebene, daher spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Hier werden Weizen, Gerste, Mais, Zuckerrüben, Sonnenblumen auch Tabak, Hanf und Futterpflanzen angebaut und verarbeitet. Traditionell wird auch Rinder-,Schaf- und Schweinezucht betrieben.

  Geschichte

 

   Prof. Danny Bella 1985 Nach archäologischen Ausgrabungen, die vom Museum "Banat" und Prof. Danny Bella in der Zeitspanne 1960 - 1970 unternommen wurden, hat man Gegenstände aus Bronze gefunden. Darunter: Armbänder, Pfeile, Vasen, Münzen, Schmuckgegenstände, Funde die das Bestehen einer Siedlung aus dem Neolitikum bezeugen.

  Aus der Römerzeit fand man Keramik, Münzen, römische Vasen, eine Silbermünze aus der Zeit Antoninus Pius. Es lässt darauf schließen das sich hier ein "vicus" befand der von Soldaten  der Leg. IV Flavia Felix, bewacht wurde.

  Vicus - Kleinstädtisches Gemeinwesen (castrum)

 

 1360 - ist das Jahr, der ersten urkundlichen Erwähnung und bezieht sich auf den Besitz des Adligen Petrus von Deed. Sein Name ging auf die Ortschaft über.

  In der Zeitspanne 1552 - 1716 steht das Banat also auch Detta unter türkischer Herrschaft. Die Befreiung erfolgte durch das Heer, angeführt von Prinz Eugen von Savoyen. Aus der "Türkenzeit" gibt es in Detta keine archäologische Funde.

 1720-21 - beginnt die Besiedlung mit Deutschen. Die meisten kommen aus Bayern und Elsass-Lothringen. Wie aus der Karte von 1781 ersichtlich ist wurde die Ortschaft nach den damals typischen Kolonistensiedlungen errichtet.

 1724 - der Stadtname wird von DED oder von DEDUL MIC (GHEDU) in DETTA geändert. Im gleichen Jahr wurde die Katholische Kirche erbaut und die Matrikelbücher eingeführt

 1733 - unter der Anleitung von Graf Claudius Florimund von Mercy begann die Umgestaltung des Banats. Es wurden Straßen errichtet, Sümpfe trocken gelegt, Flussregulierungen an Bega und Timis vorgenommen. Die Entwicklung der Landwirtschaft hatte Vorrang und so drängte Graf Mercy auch zum Reisanbau, Seidenraupenzucht, die Bepflanzung von Maulbeerbäumen, die zu jener Zeit alle neuerbauten Straßen säumten. Auch ließ er Fachleute aus Italien kommen (Josef d´all Avo aus Trento). Im Jahre 1749 gab es die erste Reisernte.

 1777 - die erste dokumentierte Volkszählung im Banat, die uns folgendes amtliches Ergebniss zeigt: 43.201 Deutsche; 181.639 Rumänen; 78.780 Serben; einige Ungarn, Bulgaren, Kroaten, Juden, Roma-Zigeuner und andere.

 1810 - Dank seiner Entwicklung wurde Detta von Kaiser Franz I von Österreich, zur Stadt ernannt.

 1830 - wurde die erste Poststation eröffnet

 1858 - am 30 August, war die amtliche Einweihung der Bahnstrecke Temeswar - Deutsch-Stamora/Morawitza - Iam durch Karl Lupsiasca. Der Bau dieser Strecke begann im Jahre 1856 und stand unter der Leitung des Ingenieurs Karl Lupsiasca, im Nachhinein selbst Bürger der Stadt Detta.

 1867 - als Folge politischer und administrativer Reorganisierung des österreichischen Reiches und Umbenennung in Österreich-Ungarn, gehört das Banat also auch Detta ab nun zu Ungarn, behielt aber seinen typisch deutschen Charakter.

 1874 - wurde die erste freiwillige Feuerwehr gegründet.

 1880 - Erstausgabe der Lokalzeitung "Dettaer Zeitung". Zu Beginn erscheint sie wöchentlich danach jede zweite Woche. Im Jahre 1946 wurde sie eingestellt. Die alte Druckmaschine befindet sich im städtischen Museum.

 1885-1910 - aus wirtschaftlichen Gründen setz die erste Ausreisewelle nach Amerika ein. Die Mehrheit der Auswanderer lässt sich in den USA - North-Dakota und Kanada - Saskatschewan, Alberta nieder.

 1900 - wurde die neue Katholische Kirche eingeweiht.

 1913 - die amtlichen Resultate der Volkszählung für das Komitat Detta: Gesamtfläche: 480 km² , Gesamtbevölkerung: 28.495: davon 9.701 Rumänen, 9.146 Deutsche; 5.722 Ungarn; 1.943 Serben; 1.366 Bulgaren; 579 Slovaken; 38 Kroaten;

Nach Religionszugehörigkeit: 13160 -Römisch-katholisch; 2433 Evanghelisch: 770 Calvinisten: 87 Griechisch-katholisch; 117512 Orthodoxen: 3 Vereinigte Kirche; 280 Juden;

 1914-1918 - Erster Weltkrieg. Mehr als 200 Einwohner von Detta verloren ihr Leben.

 1918-1919 - die Stadt wurde von der serbischen Armee besetzt.

 1919 - nach dem Vertrag von Trianon, wurde ein grosser Teil des Banat einschließlich Detta, Teil des rumänischen Königreiches.

 1925 - wurde das Unternehmen "Fabrica de Furnir si Industria Lemnului Prochaska s.p.a" gegründet, das eine große Rolle in der wirtschaftliche Entwicklung der Stadt gespielt hat. Heute heißt das Unternehmen  "S.C. PLAPAF S.A".

 1941 - wurde der "Flughafen" errichtet und war kurze Zeit (2.April 1941 bis 16.April 1941) Sitz des Jagdgeschwaders 77 unter dem Befehl des Majors Bernhard Woldenga.

 1944 - Mit dem Abzug der Division "Das Reich" flüchten auch Dettaer Schwaben in den Westen.

 1945 - Sonntag, 14 Januar beginnt die Zwangsverschickung der Deutschen nach Russland. Über 1600 Männern und Frauen im Alter von 17- 45, aus Detta und Umgebung, wurden in Viehwagons gepfercht und zur Zwangsarbeit  nach Russland gebracht. Ein Teil der noch am Leben gebliebenen kommt 1949 zurück

 1948 - unter der Leitung des Professors Ramneantu, wird ein Krankenhaus mit drei Abteilungen eingerichtet: Geburtshilfe, Kinderheilkunde und ansteckende Krankheiten.

Auch eine Poliklinik, ein Bad, eine Schulkantine sowie eine Kantine für die Bevölkerung.

 1951 - beginnt die Zwangsverschleppung der Deutschen, Serben, Ungarn in die Baragansteppe. Ein Teil der erst Zurückgekehrten Russlandverschleppten musste auch diese Deportation zwangsläufig über sich ergehen lassen. Im Jahre 1956 durften sie wieder

nach Hause kommen.

 1962 - wurde das erste Gymnasium (Lyzeum) gegründet.

 1968- der neuen administrativen Umorganisierung wurde Detta nun zum dritten mal zur Stadt ernannt.

 1969 - das Stadtkrankenhaus zieht um (Ins Gebäude ehemals Sitz des Raions Detta).

 1975-1989 - es wird viel aber von minderwertiger Qualität gebaut. Die "Fabrik" wird erweitert, hat über 2000 Beschäftigte.

  Eine neue Auswanderungswelle (Flucht) setzt ein. Diesmal auf "illegalem" Wege über die serbische Grenze. Die Flucht in den Westen ist fast alltäglicher Gesprächsstoff.

 1989 - 22 Dezember - Vormittags beginnt die große Antikommunistische Demonstration.

 1990 und danach - es kam wie es kommen musste. Kurz nach der Revolution begann die große Auswanderung.  So erklärt sich auch der 10%-tige  Bevölkerungsrückgang. Die wirtschaftliche Talfahrt setzte ein. Entlassungen standen an. Von den 1600 Beschäftigten der "Plafaf S.A." im Jahre 1990 haben 600 Menschen im Jahre 2001 noch Arbeit. Ein Teil der Entlassenen wurden 1999 von "EYBL SRL" übernommen.

 HEUTE - die Menschen hoffen das mit dem Eintritt Rumäniens in die NATO und dem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft, ein wirtschaftlicher Aufschwung einsetzt und das auch Dettaer Landsleute die in aller Herren Länder leben, in Ihre Heimat zurückkehren.


  

  Multumesc domnului Nikolaus Nauy pentru excelenta traducere in limba germana.

  I am grateful to Mr.Nikolaus Nauy for his excellent translation in german.


  ***Anmerkung:
   Weit von "ZUHAUSE" konnte ich diese Daten teils über das Internet besorgen teils aus eigenen Erinnerungen aufzeichnen. Für jede weitere Information bin ich dankbar. Alle Ergänzungen oder Richtigstellungen sind willkommen und erwünscht; Bitte zögern Sie nicht, sie an mich zu senden.
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Letztes Update: 28 Februar 2004                                  All rights reserved.© MM - MMIV Mircea Cãlinescu